Wernaer Tor: Unterschied zwischen den Versionen

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Der Name ist auf die Straße zurückzuführen, die hier einst zum Nachbardorf Werna führte. Die Ausfallstraße wurde später verlegt. Offensichtlich konnte das Tor dieses Umstandes wegen bestehen bleiben. Die verschwundenen ehemaligen Stadttore wurden alle aus Baufälligkeit oder verkehrstechnischen Gründen im 18. sowie 19. Jahrhundert niedergelegt.
 
Der Name ist auf die Straße zurückzuführen, die hier einst zum Nachbardorf Werna führte. Die Ausfallstraße wurde später verlegt. Offensichtlich konnte das Tor dieses Umstandes wegen bestehen bleiben. Die verschwundenen ehemaligen Stadttore wurden alle aus Baufälligkeit oder verkehrstechnischen Gründen im 18. sowie 19. Jahrhundert niedergelegt.
  
Im unteren auf rechteckigem Grundriß stehenden Bauteil gestattet ein etwa fünf Meter hoher und knapp vier Meter breiter gotischer Torbogen den Durchgang. Auf diesem unteren Geschoß erhebt sich ein schlicht ausgeführter Turm mit abschließendem Walmdach. Seine Gesamthöhe beträgt etwa 25 Meter, er überragt damit die umstehenden Häuser.
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Im unteren auf rechteckigem Grundriss stehenden Bauteil gestattet ein etwa fünf Meter hoher und knapp vier Meter breiter gotischer Torbogen den Durchgang. Auf diesem unteren Geschoss erhebt sich ein schlicht ausgeführter Turm mit abschließendem Walmdach. Seine Gesamthöhe beträgt etwa 25 Meter, er überragt damit die umstehenden Häuser.
  
Der spitzbogige Stil des Tordurchganges läßt auf eine Bauzeit des Turmes im 13. oder 14. Jahrhundert schließen. Überlieferungen berichten, daß er als letzter der Ellricher Tortürme entstanden ist. Seine ursprüngliche Bezeichnung lautete deshalb auch zeitweilig „Neues Tor“.
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Der spitzbogige Stil des Tordurchganges lässt auf eine Bauzeit des Turmes im 13. oder 14. Jahrhundert schließen. Überlieferungen berichten, dass er als letzter der Ellricher Tortürme entstanden ist. Seine ursprüngliche Bezeichnung lautete deshalb auch zeitweilig „Neues Tor“.
  
 
1734, als die Stadt sich bereits vergrößert hatte und ihre Befestigungen infolge der entwickelten Waffentechnik bedeutungslos geworden waren, richtete die damalige Stadtobrigkeit in den Räumen des Wernaer Tores das Stadtgefängnis ein. Es blieb mehrere Jahrzehnte an diesem Platz. Die beiden unteren vergitterten Fenster auf der Stadtseite erinnern nachdrücklich daran.
 
1734, als die Stadt sich bereits vergrößert hatte und ihre Befestigungen infolge der entwickelten Waffentechnik bedeutungslos geworden waren, richtete die damalige Stadtobrigkeit in den Räumen des Wernaer Tores das Stadtgefängnis ein. Es blieb mehrere Jahrzehnte an diesem Platz. Die beiden unteren vergitterten Fenster auf der Stadtseite erinnern nachdrücklich daran.

Aktuelle Version vom 16. Oktober 2020, 10:03 Uhr

Wernaer Tor

Das Wernaer Tor ist das einzige noch erhaltene Stadttor vom alten Ellrich.

Geschichte[Bearbeiten]

Tor vom Stadtinnern gesehen
Kolorierte Ansichtskarte (1918)

Der Name ist auf die Straße zurückzuführen, die hier einst zum Nachbardorf Werna führte. Die Ausfallstraße wurde später verlegt. Offensichtlich konnte das Tor dieses Umstandes wegen bestehen bleiben. Die verschwundenen ehemaligen Stadttore wurden alle aus Baufälligkeit oder verkehrstechnischen Gründen im 18. sowie 19. Jahrhundert niedergelegt.

Im unteren auf rechteckigem Grundriss stehenden Bauteil gestattet ein etwa fünf Meter hoher und knapp vier Meter breiter gotischer Torbogen den Durchgang. Auf diesem unteren Geschoss erhebt sich ein schlicht ausgeführter Turm mit abschließendem Walmdach. Seine Gesamthöhe beträgt etwa 25 Meter, er überragt damit die umstehenden Häuser.

Der spitzbogige Stil des Tordurchganges lässt auf eine Bauzeit des Turmes im 13. oder 14. Jahrhundert schließen. Überlieferungen berichten, dass er als letzter der Ellricher Tortürme entstanden ist. Seine ursprüngliche Bezeichnung lautete deshalb auch zeitweilig „Neues Tor“.

1734, als die Stadt sich bereits vergrößert hatte und ihre Befestigungen infolge der entwickelten Waffentechnik bedeutungslos geworden waren, richtete die damalige Stadtobrigkeit in den Räumen des Wernaer Tores das Stadtgefängnis ein. Es blieb mehrere Jahrzehnte an diesem Platz. Die beiden unteren vergitterten Fenster auf der Stadtseite erinnern nachdrücklich daran.