Bearbeiten von „Zwinger“

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[[Datei:Zwinger Nordhausen .jpg|thumb|Gemälde vom „Zwinger vor dem Töpfertore“ (1883)]]
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[[File:Zwinger Nordhausen by Vincent Eisfeld - 5.jpg|thumb|Eingang zum Zwinger]]
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[[File:Zwinger Nordhausen by Vincent Eisfeld - 3.jpg|thumb|Im Zwinger]]
 
Der '''Zwinger''' war ein wichtiger Bestandteil der [[Stadtbefestigung von Nordhausen]] und sicherte den östlichen Zugang zur Stadt. Er war mit dem inneren [[Töpfertor]] durch zwei Mauern verbunden. Der Geschützturm wurde 1487 erbaut und hatte 20 Meter Durchmesser und 2,5 Meter dicke Mauern mit Schießscharten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Zwinger abgebrochen.
 
Der '''Zwinger''' war ein wichtiger Bestandteil der [[Stadtbefestigung von Nordhausen]] und sicherte den östlichen Zugang zur Stadt. Er war mit dem inneren [[Töpfertor]] durch zwei Mauern verbunden. Der Geschützturm wurde 1487 erbaut und hatte 20 Meter Durchmesser und 2,5 Meter dicke Mauern mit Schießscharten. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Zwinger abgebrochen.
  
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Bäckermeister Carl Wiecker beschreibt den Zwinger um 1830 folgendermaßen: „Der Zwinger ist ein Bauwerk, welches, mit der Hauptmauerverbunden, einen Zirkel bildet, jetzt unbedacht ist und einschließlich der Mauern einen Durchmesser von 60 Fuß und eine Höhe von 35 Fuß besitzt. Er besteht ferner aus einer oberen und unteren Abteilung, welche letztere gewölbeartig gebaut und mit Schießscharten versehen ist, aus denen der untere Teil des darumlaufenden Stadtgrabens verteidigt worden ist ... Noch ist zu bemerken, daß aus der unteren Abteilung nach verschiedenen Richtungen unterirdische Gänge führen, die der Sage nach dem eine Viertelmeile von der Stadt gelegenen Himmelgarten, welcher früher ein Mönchskloster gewesen ist, geführt haben sollen; jedoch ist ebenfalls zu vermuten, daß die Gänge nach andern Verteidigungswerken geführt haben.“ Auch heute zweigt ein - allerdings verfüllter - Gang stadteinwärts ab, bei dem es sich um einen Fluchtweg in Richtung inneres Töpfertor gehandelt haben muss. Es gibt jedoch Unstimmigkeiten über den Abbruch des Zwingers. 1888 entstand in dieser Frage eine Kontroverse zwischen [[Julius Schmidt]], dem Verfasser der „Bau- und Kunstdenkmäler Nordhausens“, und dem Schriftsteller [[Wilhelm Girschner]].  
 
Bäckermeister Carl Wiecker beschreibt den Zwinger um 1830 folgendermaßen: „Der Zwinger ist ein Bauwerk, welches, mit der Hauptmauerverbunden, einen Zirkel bildet, jetzt unbedacht ist und einschließlich der Mauern einen Durchmesser von 60 Fuß und eine Höhe von 35 Fuß besitzt. Er besteht ferner aus einer oberen und unteren Abteilung, welche letztere gewölbeartig gebaut und mit Schießscharten versehen ist, aus denen der untere Teil des darumlaufenden Stadtgrabens verteidigt worden ist ... Noch ist zu bemerken, daß aus der unteren Abteilung nach verschiedenen Richtungen unterirdische Gänge führen, die der Sage nach dem eine Viertelmeile von der Stadt gelegenen Himmelgarten, welcher früher ein Mönchskloster gewesen ist, geführt haben sollen; jedoch ist ebenfalls zu vermuten, daß die Gänge nach andern Verteidigungswerken geführt haben.“ Auch heute zweigt ein - allerdings verfüllter - Gang stadteinwärts ab, bei dem es sich um einen Fluchtweg in Richtung inneres Töpfertor gehandelt haben muss. Es gibt jedoch Unstimmigkeiten über den Abbruch des Zwingers. 1888 entstand in dieser Frage eine Kontroverse zwischen [[Julius Schmidt]], dem Verfasser der „Bau- und Kunstdenkmäler Nordhausens“, und dem Schriftsteller [[Wilhelm Girschner]].  
 
[[Datei:Zwinger Nordhausen .jpg|thumb|Gemälde vom „Zwinger vor dem Töpfertore“ (1883)]]
 
  
 
Im April 1933 erlaubt eine Verordnung den Bürgern, Schutt in den Graben um den Zwinger abzuladen, da letzterer „behufs Gewinnung einer neuen Einfahrt in die Stadt„“ samt dem Tor niedergelegt werden sollte. Seitdem wurden auch Steine aus dem oberen Teil des Zwingers herausgebrochen. Der Abriss stieß jedoch auch auf Widerstand in der Bevölkerung, besonders um [[Ernst Günther Förstemann]]. Dieser wahrscheinlich veranlasste den Kunstmaler Wilhelm Eichler, ein Aquarell des Zwingers anzufertigen, und schickte es zusammen mit einem Schreiben an den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, einen Förderer der Künste und Wissenschaften, dem infolge seiner mittelalterlich-romantischen Geistesrichtung die Erhaltung alter Bauwerke besonders am Herzen lag.
 
Im April 1933 erlaubt eine Verordnung den Bürgern, Schutt in den Graben um den Zwinger abzuladen, da letzterer „behufs Gewinnung einer neuen Einfahrt in die Stadt„“ samt dem Tor niedergelegt werden sollte. Seitdem wurden auch Steine aus dem oberen Teil des Zwingers herausgebrochen. Der Abriss stieß jedoch auch auf Widerstand in der Bevölkerung, besonders um [[Ernst Günther Förstemann]]. Dieser wahrscheinlich veranlasste den Kunstmaler Wilhelm Eichler, ein Aquarell des Zwingers anzufertigen, und schickte es zusammen mit einem Schreiben an den Kronprinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, einen Förderer der Künste und Wissenschaften, dem infolge seiner mittelalterlich-romantischen Geistesrichtung die Erhaltung alter Bauwerke besonders am Herzen lag.
  
 
Der Abriss des Töpfertores erfolgte im Jahre 1840. Auf dem Areal wurde der [[Friedrich-Wilhelm-Platz]] angelegt.  
 
Der Abriss des Töpfertores erfolgte im Jahre 1840. Auf dem Areal wurde der [[Friedrich-Wilhelm-Platz]] angelegt.  
 
[[File:Zwinger Nordhausen by Vincent Eisfeld - 5.jpg|thumb|Eingang zum Zwinger]]
 
[[File:Zwinger Nordhausen by Vincent Eisfeld - 3.jpg|thumb|Im Zwinger]]
 
  
 
Bei Straßenarbeiten 1993 wurde der untere Teil des Turmes wiederentdeckt und ist seit 1994 für Besucher zugänglich. Am Tag des offenen Denkmals im Jahr 1993 bot sich zum erstenmal seit über 100 Jahren die Gelegenheit, den unteren, erhaltenen Teil des Zwingers zu besichtigen.  
 
Bei Straßenarbeiten 1993 wurde der untere Teil des Turmes wiederentdeckt und ist seit 1994 für Besucher zugänglich. Am Tag des offenen Denkmals im Jahr 1993 bot sich zum erstenmal seit über 100 Jahren die Gelegenheit, den unteren, erhaltenen Teil des Zwingers zu besichtigen.  
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